Grosskniegnitzlied

 

 

 

Es liegt ein Dörfchen weit in Schlesien
Großkniegnitz wurde es genannt,
es ist mein Heimatort gewesen,
denn einst dort meine Wiege stand.

Dort sind zur Schule wir gegangen,
beim Zöfelt und beim Radewahn,
wie plagten die sich mit uns Rangen,
damit aus uns was werden kann.

Am Anfang dieses schönen Dorfes,
von weitem waren sie zu seh'n,
die Bruschke- und die Kleinert-Mühle
auf ihren hohen Hügeln steh'n.


Und mittendrin in diesem Orte
da steht es noch, das Gotteshaus;
doch leider gehen Polen dorte
zum Gottesdienst jetzt ein und aus.

Die beiden Glocken auf dem Turme,
wie klangen sie, so rein und hehr.
Sie überstanden viele Stürme,
doch läuten sie jetzt nimmermehr.

Und an der Straße reckten Linden
ihre Äste in die Luft,
Ob wir sie jemals wiederfinden
mit ihrem süßen Blütenduft?

Von all dem wurden wir vertrieben,
wir mußten von zu Hause fort.
Nur uns're Toten sind geblieben.
Laßt ruhen sie in Frieden dort.

Wenn ich einst Abschied nehmen werde,
wenn Ihr mich legt ins Grab hinein,
dann müßte eine Handvoll Erde
aus unserem Großkniegnitz sein.



1994: Gertraud Lawin, geborene Gutsche singt, begleitet von Partner Hans Brandl, erstmals das Großkniegnitzer Heimatlied